Euer Vater, der das Verborgene sieht, wird es euch vergelten
Der Vers „Euer Vater, der das Verborgene sieht, wird es euch vergelten“ stammt aus dem Matthäus-Evangelium (Matthäus 6,4) und ist Teil der Lehren Jesu über das Almosengeben, das Gebet und das Fasten. In diesem Zusammenhang unterstreicht Jesus die Bedeutung der inneren Einstellung und Absicht, die hinter den guten Taten eines Gläubigen stehen. Die katholische Lehre interpretiert diesen Vers als eine Aufforderung, seine guten Werke nicht zur Schau zu stellen oder nach menschlicher Anerkennung zu fragen, sondern sie im Verborgenen zu tun, um den Lohn von Gott zu erhalten. Dieser Vers erscheint dreimal im Evangelium zum Aschermittwoch. Jesus betonte diesen Punkt, um deutlich zu machen, dass Gott alles sieht, was wir tun.
Der Vers betont, dass Gott unsere Absichten und unser Herz sieht. Nicht unsere äußere Erscheinung oder öffentliche Anerkennung zählt, sondern unsere innere Haltung und Aufrichtigkeit des Glaubens. Unsere katholische Lehre lehrt, dass wahre Frömmigkeit und gute Taten aus einer tiefen Beziehung zu Gott kommen sollten, nicht aus dem Wunsch nach menschlichem Lob.
Die Aussage, dass Gott das vergelten wird, was man im Verborgenen tut, ermutigt uns, unsere Taten im Vertrauen auf Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zu vollbringen. Dieser Lohn ist nicht unbedingt materieller Natur, sondern kann auch geistliche Segnungen und die Hoffnung auf das ewige Leben umfassen.
In der Praxis bedeutet dies, dass wir als Christen unsere guten Werke, ob durch Almosen, Gebet oder Fasten, in einer demütigen und aufrichtigen Haltung verrichten sollten. Die Motivation sollte nicht das Streben nach Anerkennung oder Lob von anderen sein, sondern der Wunsch, Gott zu gefallen und seine Gebote zu befolgen. Dies ist das zentrale Thema der Fastenzeit. Wir beten, fasten und geben im Verborgenen Almosen, und unser Gott, der alles im Verborgenen sieht, wird uns dafür belohnen.
Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Fastenzeit.
Pfr. Anthony Antwi-Boasiako, Pfarrverwalter